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Stiller Wanderer, grosser Maler

 

Maler, stiller Wanderer, Philosoph, Schriftsteller, Gesellschaftskritiker und Familienvater. Der 1995 verstorbene Bündner Maler Georg Peter Luck hinterlässt ein Oeuvre, das so komplex, eigenständig, kreativ und vielschichtig ist, wie er selbst es war. Ein umfassendes Werk, welches zu seinen Lebzeiten von namhaften Galerien wie unter anderem der Galerie Iris Wazzau in Davos vertreten und in die Sammlungen zahlreicher Museen und Stiftungen aufgenommen wurde. Nach seinem Tode aber geriet die künstlerische Hinterlassenschaft nahezu in Vergessenheit bis im Jahre 2012 auf Initiative des Bündner Künstlers Remo Albert Alig eine erste werkumspannende Retrospektive im Forum Würth in Chur stattfinden konnte. Im Gegensatz zur Ausstellung im Forum Würth, die sich nebst Lucks Landschaftsmalerei seinem gesamten malerischen Schaffen widmete, legt die Retrospektive in der alten Spinnerei in Murg in einem ersten Schritt ihren Fokus auf die Landschaftsmalerei und im Speziellen auf die Aquarellmalerei, die in ihrer kompositorischen Auffassung und ihrem vehementen malerischen Duktus in der Kunstgeschichte unseres Landes ein wohl einzigartiges Phänomen darstellt. Dieses wiederum ist auch Gegenstand der vorliegenden Dokumentation, deren Ziel es ist, bis anhin der Öffentlichkeit unzugängliche Werke zu zeigen, hervorzuheben und die Einzigartigkeit der Landschaftsmalerei Georg Peter Lucks im Kontext der Kunstgeschichte unseres Landes sowie der Schaffenszeit Lucks exemplarisch darzulegen. Ein grosser Dank gilt in diesem Zusammenhang den Nachkommen des Künstlers, die mit herzlicher Gastfreundschaft den Zugang zum Nachlass Georg Peter Lucks ermöglichten und die Recherche sowie die aufwändige Retrospektive mit Rat und Tat unterstützt haben.

Georg Peter Luck, 1920 - 1995

 

Der Prättigauer Georg Peter Luck wurde 1920 geboren. Nach der Primarschule in Schiers besuchte er dort das Lehrerseminar und schloss als Primarlehrer ab. Es folgten einige Jahre im erlernten Beruf an verschiedenen Schulen in Graubünden. Diese Lehrtätigkeit wurde durch den vierjährigen Besuch der Kunstgewerbeschule in Basel unterbrochen, wo Georg Peter Luck das eidgenössische Zeichenlehrerdiplom erwarb. Anschliessend nahm er seine Lehrtätigkeit, jetzt als Zeichenlehrer, an verschiedenen Mittel- und Kantonsschulen wieder auf. 1949 gründete Georg Peter Luck eine eigene Familie und 1954 liess er sich in Klosters nieder. Den risikoreichen Schritt, seinen Lebensunterhalt für sich und seine Familie als Grafiker und Maler zu bestreiten, wagte er 1960. Er bereiste intensiv seine nähere und weitere Umgebung, aber auch Norwegen, Spanien, Italien, Marokko und Griechenland waren seine Ziele. Es war fast ausschliesslich die Landschaft, die ihm seine Motive lieferte, doch schuf er auch einige Wandbilder und illustrierte das Silva-Buch „Wilde Wasser – starke Mauer“, Schul- und Sprachbücher. Unter vielen Einzel- und Gruppenausstellungen waren seine Werke insbesondere an grösseren Präsentationen in Chur, Davos, Klosters, Zürich, Winterthur, Luzern und Baden zu besichtigen. Ab 1975 war Georg Peter Luck Mitglied der Sektion Graubünden der GSMBA, der Gesellschaft Schweizerischer Maler, Bildhauer und Architekten (heute visarte). Für sein umfangreiches künstlerisches Schaffen wurde er im Jahre 1991 mit dem Anerkennungspreis des Kantons Graubünden geehrt. Zudem erwarb er 1993 den ersten Preis der Ausstellung der Gilde Schweizer Bergmaler. Im Jahre 1995 verstarb Georg Peter Luck. Er war eine vielschichtige Künstlerpersönlichkeit. Ein Mensch, der dank seiner geistigen Unabhängigkeit ein eigenständiges und konsequentes Weltbild schuf, das eine Symbiose zwischen Malerei, Schriftstellerei und Philosophie bildet.